20. Juni 2013

Nein, Danke

"Möchtest du auch nen Burger von Mäcces?" - "Nein, Danke".
"Mjam, die Pizza ist echt lecker. Auch ein Stück?" - "Nein, Danke."
"Willst du den Rest von der Fanta? Ich hab keinen Durst mehr" - "Nein, Danke."

So viele Versuchungen und das Einzige, was ich inzwischen wie automatisiert antworte, ist "Nein, Danke". Manchmal schaffe ich auch nur ein Kopfschütteln.

Generell gibt es zwei Arten von Menschen: Die, die nicht JA sagen können und sich so weit disziplinieren, dass ihr Leben gar keinen Genuss mehr enthält und selbst ein Stück Obst konsequent abgelehnt wird, und die, die nicht NEIN sagen können und alles vom Burger über Schokolade und Softdrinks bis hin zu Pizza bedenkenlos in sich hineinschaufeln. Doch es gibt auch eine dritte Art von Mensch, die irgendwo in der Mitte zwischen beiden Extremen pendelt und vielleicht etwas mehr zum einen oder anderen Pol geneigt ist.

Ich habe mich nie wirklich zu einem der Extreme gezählt, aber früher eher dem Typ "Nicht Nein sagen können" entsprochen - Oft hatte ich das Problem, dass ich zwar auf ungesunde Lebensmittel verzichten wollte, aber in den meisten Fällen einfach nur aus Appetitgründen, einem gewissen 'Gruppenzwang' oder "weil's ja leer werden muss, wäre ja schade drum" zugelangt und sinnlose, leere Kalorien in mich reingeschaufelt habe. Es mangelte mir oft an Disziplin, ich wurde sehr schnell schwach und hatte später in der Regel ein schlechtes Gewissen... doch dann habe ich gemerkt, dass ich mir von meinem schlechten Gewissen auch nichts kaufen kann und dass es so einfach nicht weitergeht. Also habe ich angefangen, meine Ernährungs- und Sportgewohnheiten zu ändern.

Und um meinen inzwischen gesunderen Lebensstil beizubehalten, bewege ich mich nun mehr in Richtung "nicht ja sagen WOLLEN".
Ich habe gelernt, dass man mit der täglichen Versuchung leben und ihr widerstehen muss - und dazu gehört eine menge Selbstbewusstsein. Man muss diszipliniert bleiben, wenn man im Supermarkt durch die Gänge streift und zum ersten Mal bewusst merkt, wie viele Produkte jetzt einfach nicht mehr in die angestrebte Ernährungsweise passen und tabu sind, oder wenn man dann an der Kasse neben den ganzen Schokoriegeln steht. Man muss diszipliniert bleiben, wenn man mit Freunden unterwegs ist, wenn man einfach nur mal durch die Stadt läuft, wenn einem langweilig ist, wenn wenn wenn...

Ich sage nicht, dass Clean Eating oder die gesunde, eiweißreiche Ernährung einfacher sind, als grade eine Pizza aus dem Tiefkühlfach zu holen und in den Ofen zu schieben - oder noch besser: Einfach den Lieferdienst anzurufen. Natürlich ist es dann im Kontrast relativ mühsam und zeitaufwendig, erstmal ein Rezept rauszusuchen, einzukaufen, Gemüse zu schneiden, zu kochen,.... aber es lohnt sich. Man weiß, was in seinem Essen steckt, man isst gesund und man hat später viel mehr Freude am Essen, weil man alles selbst gemacht hat. Und genau das ist der größte Vorteil: Man entdeckt, wie gut man eigentlich kochen kann oder eher, wie viel Spaß das eigentlich macht. 

Kommentare:

  1. Du sprichst mir aus der Seele.
    Ich sage manchmal auch ja, weil ich es schade finde, wenn man Dinge sonst wegschmeißen muss oder eben die blöden Gelüste.
    Manchmal schaffe ich ganz gut dem zu widerstehen, aber manchmal auch nicht :-(
    Ist vermutlich einfach ein Entwicklungsprozess. Wie lange hast du dafür gebraucht?
    LG Fea

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  2. gut zu wissen, dass man damit nicht alleine da steht :) ich schaffe es auch nicht immer zu widerstehen, momentan klappt es aber ganz gut.. wie du schon sagst, das ist wahrscheinlich ein entwicklungsprozess.. andererseits darf man sich zwischendurch auch mal gönnen - man will ja auch nicht in völliger abstinenz leben :D
    ich habe dafür sehr sehr sehr lange gebraucht.. habs immer mal wieder mehr durchgezogen, bin aber ziemlich schnell wieder schwach geworden, vor allem wenn man dann sieht, wie andere burger, pizza, chips,.. essen und man daneben sitzt und hart mit sich kämpfen muss. das hat dann aber nachgelassen, als in meinem freundeskreis mehrere leute mehr oder weniger damit angefangen haben, etwas drauf zu achten. inzwischen ziehe ich das etwa einen monat lang ganz gut durch, zwar gibts zwischendurch auch mal etwas zum schweinehund besänftigen, aber das hat sich im vergleich zu früher extrem verringert - versuche mir einfach immer vorzuhalten, was ich erreichen möchte und dass das einfach in der menge wie vorher mit meinem körper und stoffwechsel nicht vereinbar ist :/
    lg :)

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